Mittwoch, 7. Februar 2018

Helsinki...

... so heißt nicht nur Finnlands Hauptstadt, sondern auch die Bluse aus der Winterkollektion 2017 von Orageuse, die ich euch heute vorstellen möchte.

Die Bluse hat, wie ich finde, viele super schöne Details. Das offensichtlichste ist der Twist am Saum.


Sieht das nicht raffiniert aus? Und eigentlich ziemlich einfach. Zur Not gibt es sogar ein Video...
Damit der Twist schön fällt, darf der Stoff nicht zu steif sein. Ich habe hier eine wunderbar korallfarbene flutsche Viskose aus dem örtlichen Stoffladen vernäht. Der Stoff fällt fast schon zu weich.


Ausschlaggebend, warum ich mich für diesen "Knoten-Saum-Schnitt" entschieden habe und nicht z.B. Jane von Ready to Sew, war der Ausschnitt. Mir gefällt diese Kerbe super gut.Und wie sich herausgestellt hat, ist der Auschnitt zwar tief, aber nicht zu tief, so dass ich die Bluse auch ohne Shirt drunter tragen könnte.


Das Detail mit der Kerbe findet sich übrigens auch im Nacken wieder...


Der Ausschnitt ist, neben der Manschette, sicherlich auch der Grund, warum Helsinki als Level 3 von 5 eingestuft wurde. Die Einfassung wird gedoppelt und die Nahtzugabe nach innen gebügelt und anschließend von außen abgesteppt. Das Bedarf einiges an akkuratem Arbeiten und viel Bügelei...


Leider habe ich vergessen ein ordentliches Foto von der Manschette / Patte zu machen. Diese werden hier nämlich anders gearbeitet als ich es bisher kannte. Dafür kann man aber sehr schön die Kräuselung am Rücken sehen....


Hinten ist die Bluse übrigens länger als vorne. Von der Seite kann man den VokuHila-Effekt wunderbar sehen.
Wenn man genau hinsieht, kann man auch die Brustabnäher erkennen. Diese lagen von der Höhe für mich ideal. Normalerweise muss ich sie immer 2-3 cm hochsetzten. Überprüft also unbedingt die Lage. Sie erscheint mir verhältnismäßig hoch.
Der Schnitt ist übrigens für ein B/C-Cup ausgelegt. Hätte ich es im Vorfeld gelesen (es steht hinten im Anpassungsteil), hätte ich eine SBA gemacht...

Helsinki fällt reichlich aus. Ich habe, entsprechend der Maßtabelle, eine 38 genäht und zur Hüfte auf 40 auslaufen lassen. Auch seeehr ungewöhnlich. Normalerweise benötige ich an der Hüfte eine Nummer kleiner. Aber da extra betont wird, dass wenn man zwischen zwei größeren Größen ist, die größere wählen soll, habe ich dies getan. Letzendlich habe ich aber alles auf 36 verkleinert. Und ich finde, an den Oberarmen kann noch etwas weg.
Den Schnitt hatte ich zudem extra um 3 cm verlängert, da er für Frauen von 1,68m ausgelegt ist und ich jedoch 6 cm größer bin. Auch das hätte ich mir sparen können, da ich die extra-Zentimeter wieder eingekürzt habe.
Aber gut- besser zu lang und zu weit als anders herum...


Was mir an dem Schnitt nicht gefällt ist die Position des Ärmelansatzes. Das ist laut Schnitt so gedacht und war der einzige Grund weshalb ich gezögert habe den Schnitt zu kaufen.
Wenn ich den Schnitt noch mal nähe - und das ist mein Plan, denn ich mag die Bluse total gerne und freue mich drauf sie zu tragen- dann werde ich auf eine normale Armkugel zurückgreifen.
Auch wenn ich jetzt ein wenig über die Passform gemäkelt habe - der Schnitt und die Anleitung ist ansich schon gut. Man muss allerdings hier tatsächlich einigermaßen des französischen oder englischen mächtig sein. Es ist nicht jede Naht bildlich dargestellt, sondern manche Schritte nur erklärt.
Dafür gibt es hinten eine ganze Rubrik mit Anpassungen. Es wird z.B. erklärt wie man den Schnitt richtig verlängert/kürzt oder eine FBA macht... Auch nicht selbstverständlich...


Und zum Schluss noch einmal meine Helsinki-Bluse im hängenden Zustand... Die innere Passe habe ich hier mit aprikotfarbener Viskose abgesetzt. Und was ihr nicht seht, ist meine kirschrote Versäuberungesnaht... Es geht nichts über Details...

Verlinkt mit AfterWorksewing, MeMadeMittwoch (endlich wieder)
Schnitt: Helsinki, Orageuse
Stoff: Viskose aus dem örtlichen Stoffladen




Donnerstag, 28. Dezember 2017

Jetzt geht's an die Wäsche...

Das Jahr ist rum, das Mini-Garderoben-Projekt neigt sich dem Ende. Zwei Kategorien sind noch offen - Einteiler und Unterwäsche. 
Der Einteiler ist in einem Ufo geendet bzw. ich werde ihn im Frühling fertigstellen. Die Chobe Bag ist verschoben, aber nicht aufgehoben.
Bleibt noch die Unterwäsche. Diese habe ich nach und nach immer wieder zwischendurch hergestellt. Dabei habe ich unterschiedliche Schnittmuster getestet. Bei den Oberteilen war es mir wichtig dass sie sowohl als Unterhemd, aber auch als Sommertop funktionieren...

Als erstes möchte ich euch mein Set nach dem Freebook MamaSun von aefflynS und einer Unterhose nach abgenommen Schnitt vorstellen.


Das Oberteil sitzt sehr gut. Für mich hätte es an der Hüfte 1-2cm weniger Weite sein können. Beim Dehnen der Bündcheneinfassungen habe ich es ein bisschen zu gemeint. Es reicht in dem Bereich der Rundung zu dehnen und die geraden Strecken (Trägerteil) quasi ungedehnt zu lassen.


Das Höschen hätte durchaus Größer sein können. Obwohl ich den Schnitt von einer gut sitzenden Hose abgenommen habe, scheint sich die Dehnbarkeit der Jerseys zu unterscheiden...


Ein weiteres Set besteht aus dem Tank Top aus dem Yoga Set Ohm von Schnittchen und dem Hipster mit tiefem Bund aus "das für untendrunter" von Muckelie.


Das Top habe ich eine Nummer kleiner genäht als laut Maßangaben empfohlen und finde es immer noch ausreichend locker. Die Länge und Rückansicht gefällt mir gut. Auch wenn ich aus Stoffmangel den oberen Teil stückeln musste. Hier ist normalerweise keine Teilung vorgesehen.


Mit der Vorderseite bin ich nicht so glücklich. Mir ist der Armausschnitt vorne zu weit - der BH lunst oft raus. Und auch bin ich vom diesem V-Auschnitt nicht angetan. Zu mindest an mir... Und ja, das  V ist nicht perfekt gelungen. Aber als Unterhemd, als welches ich es konzipiert habe, erfüllt das Top seinen Zweck.


Dafür bin ich umso angetaner von dem Hipster. Ok, die Farbe ist fragwürdig und es ist lala genäht, trägt sich aber gut.

Als nächstes möchte ich euch mein Set nach dem Freebook Noelle von Madalynne vorstellen. 
Eigentlich besteht das Set aus einem "BH", welches ich zu einem Top verlängert habe und einer taillenhohen Panty. Diese habe ich widerum um 5 cm in der Höhe gekürzt.


Genäht habe ich die Größe S obwohl ich laut Tabelle sogar M hätte nähen sollen. Und es hätte durchaus noch die Nummer kleiner sein können. Vor allem die Panty fällt groß aus.


Allerdings trägt sie sich erstaunlicherweise sehr angenehm. Kein rutschen, kein kneifen.


Das Oberteil gefällt mir besonders. Das werde ich sicherlich als normales Sommertop, ohne Wäschegummieinfassung, noch einmal nähen. Dann gegebenenfalls auch ohne Abnäher und ohne Teilung. Und dann vielleicht mit geflochtenem Band?


Zu dem Oberteil gäbe es noch zwei weitere passende Unterhosen - hier allerdings mit dem MamaSun Top. Da waren die ersten beiden die ich gemacht habe... Nochmal die Unterhose nach dem abgenommenen Schnitt (die besser sitzt als die gelbe) und die Panty Eve von Pattydoo. Diese sagt mir leider gar nicht zu.


Als letztes gibt es noch das Set aus Sierra von Madalynne (ebenfalls ein Freebook) und der hohen Hipster von Muckelie.


So liegend gefällt mir das Set sehr gut, aber getragen komme ich mir im Sierra sehr eingewickelt / getapt vor. Vielleicht (sicherlich) war der Stoff nicht unbedingt die richtige Wahl...


Und es ist nichts für alle Tage. Aber ich kann mir vorstellen, den BH zu etwas mit sehr tiefem Rückenausschnitt zu tragen. Das könnte spannend aussehen...


Der BH ist nichts für große Oberweiten, da er nichts stützt. Aber man benötigt kaum Stoff und er ist schnell genäht. Am längsten dauert das einfassen. Hierfür benötigt man übrigens ziemlich genau 3 Meter Wäschegummi.


Für eine Hipster in 36 etwa 2 Meter. Einmal den Hüftumfang und dann pro Bein noch einmal ca. 50 cm.
Der schwarz-weiße Hipster ist übrigens von all den Schlüppis die am besten sitzende. Die Höhe ist vielleicht einen Hauch zu hoch für die Hosen-Bund-Höhe die ich normalerweise trage, aber sehr angenehm...


Hier einmal der Vergleich von der Hipster mit hohem Bund und der Hipster mit niedrigem Bund und angesetztem Gummi (das müsst ihr euch von der Höhe eigentlich wegdenken)

Hier noch einmal die verschiedenen Schlüpfer im Überblick...


Und die Oberteile....


Ich fand es ganz abwechslungsreich und interessant mich durch die unterschiedlichen Schnitte zu testen. Die Hipster von Muckelie hat mich vom Sitz wirklich überzeugt. Die kann ich mir vorstellen erneut zu nähen. Auch das Noelle Top (das rote) gefällt mir sehr gut.
Die anderen Oberteile mal sehen...
Welches gefällt euch am besten?

Und zu letzt noch meine Mini-Garderoben-Zusammenstellung...


Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Es gab immer wieder neue Herausforderungen und ich habe mich an Projekte herangetraut, die ich sonst nicht angegangen wäre. Dennoch war es auch mit viel Arbeit verbunden. Daher werde ich das Projekt so nicht nächstes Jahr fortsetzten, habe aber schon die ein oder andere Idee, die für mich besser funktioniert...
Vielen Dank allen, die mich bei dem Projekt begleitet haben.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch. Bleibt Gesund und Kreativ. Wir lesen uns nächstes Jahr.
Viele Grüße Miriam

Verlinkt mit Rums und 12coloursofhandmadefashion 

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Gilbert...

Es gibt Sachen die sind wie für einen gemacht und warten nur drauf, dass man sie findet...

So wie der Stoff dieser Hose. Er lag, letzten Winter, auf dem Zuschneidetisch des örtlichen Stoffladens und wartete auf mich. Anders kann ich es nicht beschreiben...
Der schwarz-grün-strukturierten Wollgemisch-Stoff mit gelben sprenkeln hatte es mir sofort angetan. Und mir schwebte auch direkt eine Chino vor. Ähnlich wie meine Ludwig Lässig, aber etwas weiter an den Waden...

 
1,30m waren noch auf dem Ballen übrig. Das sollte gerade so passen. Und dann warf ich einen Blick auf den Preis... Aber mein Glück ging weiter. Der Stoff war im WSV und weil es der letzte Rest war, bekam ich ihn einen akzeptablen Preis.
Da der Winter letztes Jahr quasi schon rum, also musste das Projekt Woll-Chino warten. Bis zum Feel-Amazing-Sewalong von Elke. Für mich ist der Stoff definiv ein besonderer Stoff - nicht nur wegen des eigentlichen Preises... Schaut euch doch nur diese tolle Struktur an...


Nach reiflicher Überlegung entschloss ich mich, ganz gewagt, für Gilbert von Republique du Chiffon. Gewagt - weil ich von dem Label noch nie etwas genäht habe. Und meine letzte Hose in einem Anpassungsmarathon endete. Aber der Schnitt war genau das gewesen, was ich mir vor etwa einem Jahr für den Stoff vorgestellt hatte und was mir in meinem Schrank auch noch fehlte...


Ich kaufte den PDF-Schnitt (von Gilbert gibt es kein Papierschnitt) und war erst einmal ernüchtert. Das hatte ich so nicht erwartet. Alles war sehr minimalistisch gehalten. Der Schnitt händisch gemalt, keine Schnittmarken, dafür ein Fehler bei der Größenbezeichnung... Die Anleitung war nicht besser. Zwei kleine Handskizzen und 12. Punkte die lediglich die Reihenfolge der Arbeitsschritte beschrieben. Also definitif nicht Anfänger geeignet. Ob das bei allen PDF-Schnitten von Republique du Chiffon so ist, weiß ich nicht. Die "Pochettes" (Papierschnitten) scheinen etwas ausführlicher und besser gearbeitet zu sein. So schien es mir zu mindest, als ich neulich zufällig bei einer Nähkollegin einen Blick in ein solches werfen konnte. Sie sagt, sie sei mit dem Schnitt (Suzon)gut zurecht gekommen obwohl sie kein französisch könne. Wieviel Näherfahrung hat, weiß ich allerdings nicht.

Ich wurschtelte mich also durch. Nähte meine vorderen Falten. Setzte meinen Reißverschluss ein wie es in einem anderen Schnitt beschrieben war...


Bei der hinteren Paspeltasche griff ich nicht auf altbehrte Anleitungen zurück, sondern versuchte mich an dem Tutorial von Jenny von Rat und Naht .

In diesem Fall hätte es sich gelohnt die Anleitung im Vorfeld zu lesen, statt einfach zu starten. Denn ihre Art Paspeltaschen zu nähen unterscheidet sich grundlegend von dem was ich bisher kannte. Und der Wollstoff ist dafür etwas dick für diese Variante. Aber die Tasche ließ sich noch retten...


Um Auftrennen zu vermeiden - kein Spaß bei dem Stoff - reihte ich die Beine vor dem zusammennähen händisch zusammen. Denn ich hatte mich anhand des Hüftumfangs für die Größe 38 entschieden, aber die Beine wirkten auf dem Papier reichlich.


Den Schritt hätte ich mir sparen können, denn widererwarten, fand und finde ich die Weite genau richtig. Lediglich an den hinteren Abnähern und am oberen Teil der hinteren Mitte habe ich ca. insgesamt 2 cm weggenommen. Seltsamerweise passte der Formbund perfekt an diese Anpassung.
Vom Formbund bin ich sowieso be-gei-stert! Der sitzt perfekt. Ungewohnt hoch, aber dafür wie angegossen und trotzdem bequem. Ob der Schnitt auch quasi für mich gemacht wurde...? ;-)

Die einzige richtige Änderung die ich vorgenommen habe, waren die Hosenbeine um 15 cm zu verlängern. Denn eigentlich sieht der Schnitt 7/8-Länge vor.
Über dieses Entscheidung bin ich froh, denn beim nächsten Bild seht ihr die im Schnitt vorgesehene Länge. Die Länge taugt mir nichts...

Jetzt bin ich frei in meiner Entscheidung ob ich die Beine in lang lasse und schön warme Beine habe oder etwas hochgekrempelt und nach innengeklappt (hält wunderbar), wie oben auf den Bildern.
 
 Oder ob ich sie nach außen umschlage... Je nach dem womit ich die Hose kombiniere.


Ursprünglich hatte ich Befürchtung dass ich nichts zum kombinieren mit der Hose und dem "wilden" Stoff hätte. Aber die Struktur des Stoffes verschwindet auf die Distanz und man nimmt auf dem ersten Blick nur eine olivfarbene Hose war. Und Olive passt perfekt in meinen Kleiderschrank.
Und auch stilistisch ist die Hose ein Allrounder. Klassisch, elegant (wenn ich gebügelt hätte) wie oben zu meinem Fräulein Lenz oder sportlich, lässig zu meinem Schwäne/Gänse-Sweater, den ich unbedingt Änni nachmachen musste..


Ich habe nicht nur den gleichen Stoff, sondern auch den gleichen Schnitt - Betula von Fabelwald - verwendet und sogar die schwarzen Bündchen abgekupfert, auch wenn ich normalerweise schwarz meide...  Aber hier fand ich's perfekt und hat sich binnen kürzester Zeit als Lieblingsteil herausgestellt.
Genau so wie Gilbert.
Ihr ahnt gar nicht wie glücklich ich mit meinem Gilbert bin! Super bequem und überraschend warm. Und hach, der Stoff...  Er lässt nachwievor mein Herz tanzen.

Verlinkt mit MMM, AfterWorkSewing
Schnitte: Hose- Gilbert, Republique du Chiffon,
             Shirt-Betula von Fabelwald,
             Bluse- Fräulein Lenz von Lotte&Ludwig
Stoffe: Hose Woll-Polyester-Gemisch aus dem örtlichen Stoffladen,
          Shirt - Joutsen von Nosh,
          Bluse - Vsikosetwill von Stoff&Stil

Dienstag, 21. November 2017

Vic...

Für das Äffchen gab es - zum Glück rechtzeitig vor dem Kälte-Einbruch - die Jacke "Vic" aus der LaMaisonVictor 5/2016.
 Die Not war groß. Die alte Fleecejacke zwar heißgeliebt, aber mittlerweile deutlich zu kurz und das Ende des goldenen Herbst von den Metorologen für entgültig vorausgesagt... Es musste schnell Ersatz her. Der einzige warme Stoff im meinem bescheidenen Vorrat war ein blau-/marinefarbener Fleece. Da half auch kein gemoser des Äffchens - wohlgemerkt nach dem Zuschnitt - er wolle keine blaue Jacke...


Als ich ihm am nächsten morgen die fast fertige Jacke präsentierte, war er schon versöhnlicher und bestellte auch noch eine zweite Reißverschlusstasche... 


Aber da ich mir während des Nähens fragte, was man mit so einer Mini-Tasche anfangen soll - sie ist nur ca. 1 cm tief und 3,5 cm breit-  ignorierte ich diesen Wunsch. Und jetzt ist diese Brusttasche das absolute Highlight für das Äffchen... Unglaublich was da alles reinpasst... Notfall-Lutscher, Bahntickets, das Taschengeld, Haargummis und sonstige Schätze...


Die Papeltaschen werden vom Äffchen ausschließlich fürs Hände reinstecken benutzt. Die Anleitung war übrigens recht verständlich beschrieben. Mir gefällt zwar die Art wie ich sie z.B. bei meiner Donna genäht habe besser, aber auch interessant mal eine andere Methode kennenzulernen. Die hätte ja auch noch leichter sein können, nicht?

Zum Glück hatte ich das Schnittmuster vorher verglichen, denn die Jacke fällt schmal aus. Das Äffchen hätte mit seinen 1,10m laut Tabelle auch die 110 genäht bekommen sollen. Das was ihr hier seht, ist eine 116 ohne Veränderung. Ich finde sie passend. Zumal mein Fleece auch nicht dehnbar ist. Aber auch von der Gesamt- und Ärmellänge nicht übermäßig zu groß.


Dafür dass die Jacke im nicht gewünschten blau ist und nur die eine "Schätze-Tasche" besitzt, hat sie sich hier zum absoluten Lieblingspulli gemauster. Ob es am Kuschelfaktor und den frischen Temperaturen liegt oder doch an der "Schätze-Tasche" keine Ahnung. Aber ich bin auf jeden Fall erleichtert ;-)



Verlinkt mit
CreaDienstag, Dienstagsdinge, Made4Boys
Schnitt: Vic, LaMaisonVictor 5/2016

Stoff: Fleece aus dem Bestand

Mittwoch, 8. November 2017

Holzfällerhemd...

Für den Oktober stand bei meiner Mini-Garderobe die Bluse an. Allerdings war im Oktober so viel los und mir fehlte die nötige Ruhe um ein so aufwendiges Projekt anzugehen. Zumal ich dafür einen Karo-Flanell-Stoff vorgesehen hatte...


Und bei Karos ist es wie bei Streifen- der Ergeiz ist geweckt...


Am Rumpf ist der lief es gut, nur bei den Ärmeln scheint die Konzentration nachgelassen zu haben...


Naja, was solls - da hätte es eh nur entweder vorne oder hinten gepasst... Jetzt passt es weder vorne noch hinten richtig, aber Perfektion ist eh langweilig ;-)


Wichtig war mir, dass es an den Schultern, Seiten und vorallem an der verdeckten Knopfleiste passt. Denn die verdeckte Knopfleiste war mit ein Grund warum ich mich wieder für Mélilot von Deer & Doe entscheiden habe. Das mag ich einfach total gerne...


Dann ist die Bluse an sich schon relativ lange konzipiert, so dass sie sich wunderbar für den Layering Look eignet

Und hinten ist sie ja noch länger geschnitten und lugt noch weiter hervor...


Ein weiterer Grund war die pure Faulheit. Nach dem Schnitt hatte ich ja schon meine kurzärmlige gelbe Stehkragenbluse genäht. Sprich 2/3 war schon abgepaust und der Schnitt mit einer SBA angepasst. Es fehlten im Prinzip nur noch Kragen und die Ärmel mit Manschetten. Die Ärmel habe ich übrigens um 6 cm verlängert (4cm sind eigentlich meine Standardverlängerung wegen Affenarmen). Ich finde die Länge so genau richtig.


Sollte euer Ärmel zu kurz geraten sein, habt ihr noch ein wenig Luft bei der Manschette. Die ist mit 4 cm eher schmal und wird, wie alle anderen Schnittteile auch, mit 1,5cm Nahtzugabe genäht. Solltet ihr also das Schnitteil schon zugeschnitten haben und kein Stoff mehr übrig, könnt ihr hier noch 1-2 cm abknapsen. Das ist ja das was in der Regel fehlt... Oder eben direkt eine breitere Manschette.

Die Manschetten sind übrigens ziemlich eng und ich habe schmale Handgelenke... Deshalb messt unbedingt den Handgelenkumfang und vergleicht es mit dem Schnittteil.
Da der Ärmel an der Manschette in drei Falten gelegt wird - zwei auf der einen Seite des Schlitzes, einer auf der anderen Seite, habt ihr auch hier etwas Spiel...


Eigentlich bin ich mit der Bluse recht zu frieden. Eigentlich.
Denn soviel kontrastreiches Muster ist für mich ungewohnt und sie ist doch derber geworden als erhofft. Ich hatte gehofft mit dem gerundeten Kragen, dem stark gerundeten Saum, der leichten Taillierung und nicht zuletzt der verdeckten Knopfleiste dem entgegen zu wirken...


Aber vorallem machen die überschnittenen Schultern in Kombination mit dem durchlaufenden Karos meine Schultern noch breiter als sie eh schon sind...
Also falls ihr A-Typen seid und eure Schultern optisch verbreitern wollt, wisst ihr jetzt wie es geht...
Bei einem neuen Karohemd würde ich auf einen Hemdenschnitt mit angesetzten Ärmeln, ohne Abnäher, dafür mit Rückenpasse zurückgreifen, und diese diagonal setzten... Das erspart einem übrigens auch einiges getüftel beim Zuschnitt...


Ich werde dem Hemd trotzdem eine Chance geben. Einerseits weil es viel Arbeit war, aber auch weil es sich angenehm trägt. Und mit Pulli oder Strickjacke drüber, verschwindet auch das breite Kreuz und das Muster ist dosierter...
Und es fügt sich erstaunlich gut in meine Garderobe ein. Am Tag des Shootings hatte ich es mit meiner Girlfriends aus dem Mini-Garderobenprojekt, einen dünnen petrolfarbenen Pulli und meinen sandfarbenen Wind-und Wetterparka kombiniert. Funktioniert wunderbar.


Gut hat mir übrigens auch die gestrige Kombination zu meiner hellbraunen LudwigLässig, dunkelbraunen langen Strickjacke und meinem roten Walk-Doufflecoat gefallen. Leider ohne Foto.
Vielleicht erschleicht sich die Bluse über den Kuschel- und Kombinierbarkeitsfaktor doch noch einen Platz in meiner Lieblings-Liste. Wer weiß...


Noch zwei Teile fehlen um meine Mini-Garderobe komplett zu machen... Heute Abend aktiviere ich auch endlich den November Link und bebildere eure Oktoberprojekte. Ich gelobe Besserung für den Endspurt...

Verlinkt mit: MemadeMittwoch, AfterWorkSewing, #ichnähmirmeineminingarderobe2017
Schnitt: Mélilot, Deer & Doe
Stoff: Flanell vom Karstadt